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Satellitentechnologie im Nachthimmel: Potenzial und Herausforderungen der Erleuchtung

Die Vorstellung, die Nachtseite der Erde mithilfe von Satelliten und Spiegeln zu erhellen, mag futuristisch erscheinen, birgt jedoch auch viele Herausforderungen und Bedenken.

Satellitentechnologie im Nachthimmel: Potenzial und Herausforderungen der Erleuchtung
KI-generiert

Die Vorstellung, die Nachtseite der Erde mithilfe von Satelliten und Spiegeln zu erhellen, mag futuristisch erscheinen, birgt jedoch auch viele Herausforderungen und Bedenken. Das US-Unternehmen Reflect Orbital plant, im Laufe dieses Jahres einen speziellen Satelliten ins All zu schicken, der in einer Höhe von circa 600 Kilometern einen großen Spiegel entfalten wird. Dieser soll Sonnenlicht von der beleuchteten Tagseite auf die dunkle Nachtseite umleiten.

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Mit dem Ziel, eine Fläche von rund fünf Kilometern Durchmesser auf eine Helligkeit von 0,1 Lux zu bringen, was etwa der Helligkeit des Vollmonds entspricht, verfolgt das Unternehmen Ambitionen, die weit über die bloße Erleuchtung hinausgehen. In Notfällen könnte das Licht für Rettungsmaßnahmen genutzt werden, Baustellen beleuchten oder Solaranlagen unterstützen.

Der Raumfahrtexperte Enrico Stoll von der Technischen Universität Berlin äußert jedoch ernsthafte Zweifel an der praktischen Energiegewinnung für Solaranlagen. Die Dimensionen der Reflektoren sollen 18 Meter Kantenlänge und eine Gesamtfläche von 324 Quadratmetern betragen. Stoll erklärt, dass die theoretischen Berechnungen Verluste im Milliwatt-Bereich nicht berücksichtigen. Zudem ist es eine Herausforderung, die angestrebte Fläche mit Licht zu erreichen, da der Satellit mit einer Geschwindigkeit von sieben Kilometern pro Sekunde fliegt.

Überwiegend aus Aluminium bestehend, bringen die Satelliten potenzielle Risiken mit sich. Reflect Orbital plant, bis 2035 insgesamt 50.000 Satelliten in den Orbit zu bringen, die eine Gesamtbeleuchtung von 36.000 Lux rund um die Uhr anbieten sollen, was Tageslicht entspricht.

Stoll weist darauf hin, dass diese Satelliten in einen bereits stark besetzten sonnensynchronen Orbit geschickt werden, wo zahlreiche Erdbeobachtungssatelliten kreisen. Die große Oberfläche der Satelliten steigert das Risiko von Kollisionen im Orbit, was die Gefahr von Weltraumschrott erhöht. Zudem könnte die Restatmosphäre die Satelliten mit ihren großen Reflektoren abbremsen, was entweder einen hohen Treibstoffverbrauch zur Bahnstabilisierung erfordert oder dazu führt, dass sie allmählich sinken und verglühen, was wiederum zur Umweltverschmutzung beiträgt.

Ein weiteres zentrales Problem ist die drohende Lichtverschmutzung. Astronomen warnen, dass das reflektierte Licht aus Tausenden von Spiegeln den Nachthimmel so stark aufhellen könnte, dass präzise Beobachtungen schwacher Sterne und Galaxien nahezu unmöglich werden. Wissenschaftler der Europäischen Südsternwarte in Garching unterstützen die Prognosen der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, die besagen, dass das Licht eines einzelnen Weltraumspiegels selbst aus 14 Kilometern Entfernung die Helligkeit des Vollmonds übertreffen würde.

Andreas Jechow, Laserphysiker an der Technischen Hochschule Brandenburg und Experte für Lichtverschmutzung, teilt diese Einschätzung. Er erläutert, dass das Licht in der Atmosphäre gestreut wird und somit weithin sichtbar ist, selbst bei den angestrebten 0,1 Lux, was bereits die Helligkeit eines Vollmonds erreichen könnte und möglicherweise in Zukunft sogar taghell werden könnte.

Jechow warnt, dass die künstliche Aufhellung der Nacht signifikante Auswirkungen auf die Lebensbedingungen vieler Tierarten haben könnte, die sich an den Wechsel von Licht und Dunkelheit angepasst haben. Nachtaktive Tiere benötigen die Dunkelheit, um sich vor Fressfeinden zu schützen oder Nahrung zu suchen. Auch Pflanzen sind auf Dunkelphasen angewiesen, beispielsweise für die Blütenbildung. Eine signifikante Aufhellung der Nacht könnte ihre Wachstumszyklen stören.

Die permanente Helligkeit würde nicht nur negative Folgen für Tiere und Pflanzen haben, sondern könnte auch den Schlaf der Menschen beeinträchtigen. Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist stark vom Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit abhängig. Selbst bei einer Helligkeit von 0,1 Lux könnte der Schlaf darunter leiden.

Jechow hebt hervor, dass das Licht nicht lokal gebunden werden kann. Wenn ein Gebiet in der Nähe beleuchtet wird, wird die gesamte Atmosphäre aufgehellt, was auch von weiter entfernten Bewohnern wahrgenommen wird. Langfristig könnte diese Dauerhelligkeit erhebliche gesundheitliche und psychologische Konsequenzen für die Menschen haben.

Bisher hat Reflect Orbital eher verhalten auf die Kritik reagiert und betont, dass die meisten Menschen das Licht vermutlich niemals direkt wahrnehmen werden. Die Hauptmotivation des Unternehmens sei es, Leben zu retten, besonders in Krisensituationen, und Licht bereitzustellen, ohne auf fossile Energie zurückzugreifen. Gleichzeitig versichert die Firma, sich mit den Fragen der Umwelt und Astronomie auseinanderzusetzen.

Dennoch bleiben konkrete Ansätze, wie die negativen Auswirkungen auf Menschen, Natur und den Weltraum gemindert werden sollen, vage. Aus diesem Grund fordern zahlreiche Wissenschaftler eine umfassende Überprüfung des Projekts, bevor Tausende von Weltraumspiegeln ins All geschickt werden.


Quellen: tagesschau, BR

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

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