Die Rolle von Wärmepumpen als Heizlösung hat sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt, insbesondere im Kontext von Neubauten. Jüngste Analysen zeigen jedoch, dass auch zahlreiche bestehende Mehrfamilienhäuser in Deutschland für den Einsatz dieser Technologie in Betracht gezogen werden können, auch wenn in einigen Fällen umfangreiche Renovierungen erforderlich sind.
Eine umfassende Untersuchung des Gebäudedienstleisters Techem hat ergeben, dass ein beachtlicher Teil der Mehrfamilienhäuser in Deutschland technisch in der Lage ist, Niedertemperatur-Heizsysteme wie Wärmepumpen zu verwenden. Die Auswertung basierte auf Wärmedaten von 1,1 Millionen Wohnungen und kommt zu dem Schluss, dass ca. 40 Prozent des Bestands ohne Austausch der Heizkörper für den Einsatz von Wärmepumpen oder Niedertemperatur-Wärmenetzen geeignet sind.
Durch den Austausch der Heizkörper könnte dieser Prozentsatz auf etwa 80 Prozent ansteigen. Wenn zusätzlich Niedertemperaturheizkörper mit Gebläse zum Einsatz kämen, würde die Eignung sogar auf circa 90 Prozent steigen. Nur 10 Prozent der Gebäude würden umfassendere Umbaumaßnahmen wie die Installation von Fußbodenheizungen oder zusätzliche Dämmungen benötigen, wie im Techem Atlas für Energie, Wärme und Wasser 2026 dargelegt.
Finanzielle Vorteile durch Wärmepumpen
Die Implementierung von Wärmepumpen hat ebenfalls positive Effekte auf die Heizkosten der Mieter. Laut Techem wiesen Mehrfamilienhäuser, die mit Wärmepumpen beheizt werden, im Jahr 2025 die geringsten Heizkosten pro Quadratmeter auf. Die Betriebskosten dieser Systeme blieben seit 2021 weitgehend konstant, während die Ausgaben für traditionelle Heizsysteme deutlich gestiegen sind. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Wärmepumpen häufig in gut gedämmten Gebäuden installiert werden.
Im Durchschnitt zahlten Haushalte in Mehrfamilienhäusern mit Wärmepumpen für die Heizkosten etwa 8,80 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich dazu lagen die Kosten für Holzpellets bei 9,36 Euro pro Quadratmeter, während Ölheizungen 12,97 Euro, Erdgasheizungen 13,92 Euro und Fernwärme 16,02 Euro pro Quadratmeter kosteten.
Regionale Kostenunterschiede
Die Analyse zeigt zudem signifikante regionale Unterschiede bei den Heizkosten in den untersuchten Mehrfamilienhäusern für das Jahr 2025. Die höchsten Heizkosten wurden im Saarland mit 14,50 Euro pro Quadratmeter registriert, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 12,77 Euro und Hessen mit 12,76 Euro. Im Gegensatz dazu verzeichnete Berlin mit durchschnittlich 10,34 Euro pro Quadratmeter die niedrigsten Heizkosten. Nordrhein-Westfalen und Bremen lagen mit 10,69 Euro und 10,72 Euro nur geringfügig darüber.
Innerhalb der Städte sind die Unterschiede ebenfalls deutlich. Die höchsten Heizkosten fanden sich in Ravensburg mit 13,34 Euro, Reutlingen mit 13,22 Euro und Sömmerda mit 13,10 Euro. Die günstigsten Heizkosten wurden in Bielefeld mit 8,99 Euro pro Quadratmeter festgestellt, gefolgt von Rheine und Würzburg, wo jeweils 9,93 Euro pro Quadratmeter gezahlt wurden.
Dominanz aktueller Heizsysteme
Trotz der Eignung von Wärmepumpen dominieren in deutschen Mehrfamilienhäusern nach wie vor Gaszentral- und Etagenheizungen, die etwa 56 Prozent des Heizsystems ausmachen. Fernwärme folgt auf dem zweiten Platz. Im europäischen Vergleich zahlen deutsche Fernwärmekunden die höchsten Heizkosten, mit einem Durchschnitt von rund 1.057 Euro pro Wohnung, was Deutschland sogar vor die Schweiz mit durchschnittlich 982 Euro bringt.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen das Potenzial von Wärmepumpen als kosteneffiziente Heizlösung für viele Mehrfamilienhäuser in Deutschland und heben die Notwendigkeit hervor, die bestehenden Heizsysteme zu modernisieren, um den steigenden Energiekosten entgegenzuwirken.
Quellen: n-tv, t-online
Bildquelle: August Geyler via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.