Reaktionen der betroffenen Institutionen
Die evangelische Kirche im Hamburger Osten hat nach eigenen Angaben erhebliche Verluste durch ihre Investitionen im Veriusfonds erlitten.
„Wir rechnen nicht mehr mit nennenswerten Rückflüssen und bedauern den Verlust“, sagte der Sprecher des Kirchenkreises Hamburg West/Südholstein.
Das Vertrauen in den Fonds ist stark erschüttert, und viele Institutionen sehen sich gezwungen, Teile ihrer Vermögensanlagen abzuschreiben.
Umfang der Verluste im Veriusfonds
Nach Informationen aus dem Finanzsektor haben rund 20 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen zusammen etwa 400 Millionen Euro in den Veriusfonds verloren. Zudem haben etwa 50 Altersversorgungswerke sowie Kirchenbezirke fast eine Milliarde Euro in diesen Fonds investiert. Dies gilt als alarmierend, da es nicht nur um finanzielle Sicherheit, sondern auch um die Zukunft der Altersvorsorge der Mitglieder geht.
Transparenzmangel bei den Kirchen
Die katholische Diözese Augsburg hat ebenfalls Gelder in den Veriusfonds angelegt, jedoch blieben Anfragen zu den Fehlinvestitionen unbeantwortet. Verantwortliche der Diözese verwiesen lediglich auf eine laufende Bearbeitung der Angelegenheit, was auf eine unzureichende Transparenz hinsichtlich ihrer finanziellen Entscheidungen schließen lässt.
Hohe Risiken und deren Folgen
Seit Mitte Juli 2023 ist bekannt, dass viele Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen in hochriskante Finanzprodukte investiert haben, obwohl sie gesetzlich verpflichtet sind, ihre Gelder sicher anzulegen. Der Veriusfonds hat hauptsächlich spekulative Immobilienprojekte finanziert, die hohe Zinserträge zwischen 15 und 18,5 Prozent versprachen. Experten kritisieren, dass die Ausschüttungen von etwa sieben Prozent ein deutliches Indiz für die hohen Risiken dieser Geldanlagen sind.
Rechtliche Schritte gegen Fondsanbieter
Einige große Krankenkassen, darunter die KKH und die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, haben rechtliche Schritte gegen die Fondsanbieter eingeleitet. Sie werfen den Anbietern vor, sie über die Risiken der Investitionen getäuscht zu haben. Die Fondsanbieter hingegen weisen diese Vorwürfe zurück und betonen, dass die Investoren umfassend informiert wurden. Zudem haben einige Kassen ehemalige Vorstandsmitglieder verklagt, um Schadenersatz aufgrund möglicher regulatorischer Verstöße zu fordern.
Beitragsanpassungen und deren Auswirkungen
Trotz der Aussagen der Krankenkassen, dass die Verluste keine Einfluss auf die Beiträge der Mitglieder haben werden, hat die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein bereits eine Erhöhung der Beiträge beschlossen. Dies lässt die Frage aufkommen, ob die finanziellen Schwierigkeiten der Kassen doch Einfluss auf die Mitgliederbeiträge haben könnten.
Offenlegung der Investoren
Die Identität der Investoren im Veriusfonds wurde durch eine versehentlich an alle Investoren gesendete E-Mail eines Anwalts offengelegt, die die Beteiligung zahlreicher Institutionen, darunter Apotheken und Altersversorgungswerke, bestätigte. Viele dieser Institutionen haben jedoch keine Auskünfte zu ihren Fehlinvestitionen gegeben.
Stillstand bei Anfragen
Das Altersversorgungswerk der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt sowie andere ähnliche Institutionen haben auf Anfragen nicht reagiert. Das Steuerberater-Versorgungswerk Sachsen hat hingegen eingeräumt, fünf Millionen Euro in den Veriusfonds investiert zu haben und diese Summe mittlerweile vollständig abgeschrieben. Auch die Alters- und Hinterbliebenenversicherung des TÜV hat signifikante Beträge in den Fonds investiert, doch der Vorstandsvorsitzende hat auf Anfragen zu den Fehlinvestitionen nicht reagiert.
Quellen: tagesschau, Süddeutsche Zeitung
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.