ADAC kritisiert die 12-Uhr-Tankregelung
Der ADAC hat die 12-Uhr-Regel für Tankpreise in die Kritik genommen und fordert deren Abschaffung. Trotz einer signifikanten Reduzierung der täglichen Preisänderungen an Tankstellen und einer besseren Vorhersehbarkeit der Preiserhöhungen ist die Preisdifferenz innerhalb eines Tages erheblich gestiegen. Treibstoffpreise bleiben hoch trotz rückläufiger Rohölpreise.
Peter König, der Verkehrspräsident des ADAC, macht darauf aufmerksam, dass Autofahrer, die nach 12 Uhr tanken müssen, mit unrechtfertigten Mehrkosten konfrontiert werden.
Mittagszeit als Preisanstieg
Die Preisentwicklung zur Mittagszeit war bereits von vielen Experten vorhergesagt worden. Man erwartete, dass die Preise um 12 Uhr stark ansteigen, um später im Tagesverlauf wieder zu sinken. Dieses Muster stellt ein Problem für alle dar, die kurz nach 12 Uhr an der Tankstelle stehen.
Susanne Reiter, eine betroffene Bürgerin aus Düsseldorf-Düsseltal, berichtet von ihren Erfahrungen an einer Tankstelle. Sie schildert, dass die Preise nach ihrem Tankversuch bereits zweimal um 20 bis 30 Cent pro Liter gestiegen sind, was für sie finanzielle Nachteile mit sich brachte.
Analysetabelle der Preisdifferenzen
Analysen der Diesel- und Benzinpreise zeigen, dass um 12:01 Uhr die Preisdifferenzen im Durchschnitt über 10 Cent pro Liter im Vergleich zu 11:59 Uhr betragen können. Bei größeren Tankmengen summieren sich diese Preisunterschiede schnell zu Mehrkosten von über 10 Euro. Anstieg der Dieselpreise in Deutschland erreicht alarmierende Dimensionen.
Vor der Einführung der 12-Uhr-Regel gab es die Hoffnung auf sinkende Preise, da eine bessere Vergleichbarkeit und gesteigerter Wettbewerb erwartet wurden. Diese positiven Erwartungen scheinen jedoch nicht eingetreten zu sein.
Preisentwicklung und Schutz der Verbraucher
Eine Untersuchung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt, dass die Durchschnittspreise seit Einführung der Regel nicht günstiger sind als zuvor. Tatsächlich sind die Preise am Nachmittag häufig höher als der Durchschnitt, während sie am Vormittag tendenziell günstiger sind.
Johannes Giewald von der ADAC Regionalredaktion NRW stellt fest, dass die 12-Uhr-Regel nicht die gewünschten Ergebnisse in Form von dauerhaft niedrigeren Preisen erzielt hat. Kabinett beschließt Einführung eines Tankrabatts zur Preisreduzierung.
Öffentliche Reaktionen auf die Regelung
Eine weitere Bürgerin, Leonora Fricker, äußert an der Tankstelle in Düsseldorf-Düsseltal ihr Unverständnis über die Aufregung. Sie fragt, weshalb es nicht möglich sei, vor 12 Uhr zu tanken, da viele Menschen zur Arbeit müssen und Kinder zur Schule gebracht werden.
Transparenz und Wettbewerbsförderung
Die Einführung der 12-Uhr-Regel im April 2026 hatte das Ziel, mehr Transparenz und Vergleichbarkeit im Tankpreisbereich zu schaffen, um damit den Wettbewerb zu erhöhen und niedrigere Preise zu erzielen. Laut dem Bundeskartellamt gab es vor dieser Regelung bis zu 50 Preisänderungen täglich.
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, hebt hervor, dass Verbraucher nun besser in der Lage sind, Preise zu vergleichen und informierte Entscheidungen beim Tanken zu treffen. Dennoch wird kritisiert, dass die Regelung die Möglichkeit, tagsüber günstig zu tanken, einschränkt.
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Quellen: WDR, tagesschau
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