Die Weltwetterorganisation (WMO) hat jüngst angekündigt, dass ein stark ausgeprägter El Niño bevorsteht, dessen Auswirkungen in den kommenden Monaten spürbar werden könnten. Dieses Wetterphänomen wird voraussichtlich bis Februar 2027 andauern und könnte mit extremen Temperaturen, Dürren sowie Überschwemmungen verbunden sein. Laut Mitteilung der WMO in Genf wird der Höhepunkt des El Niño gegen Ende des Jahres erwartet.
Die Organisation schätzt die Auswirkungen auf Niederschlags- und Temperaturmuster als erheblich ein. Es besteht ein signifikant erhöhtes Risiko für extreme Wetterphänomene, wie etwa Dürren und Überschwemmungen. António Guterres, UN-Generalsekretär, hat sich besorgt über die kritische Situation geäußert und die Dringlichkeit betont, den wachsenden Risiken entgegenzuwirken.
In Reaktion auf die drohenden Gefahren haben die WMO und nationale Wetterdienste bereits ihre Frühwarnsysteme verstärkt. Daniela Matei, Klimaforscherin am Max-Planck-Institut, wies darauf hin, dass zwar Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen von Dürren ergriffen werden können, jedoch eine Vorbeugung gegen extreme Wetterereignisse wie Sturzfluten oder Taifune nicht möglich ist. Solche Ereignisse könnten zu Todesfällen führen, wie Matei in einem Interview betonte. Zudem sind Sturmwarnungen in Deutschland bereits in Kraft, da die Wetterbedingungen sich rapide ändern können.
Celeste Saulo, die Generalsekretärin der WMO, warnte, dass das bevorstehende Ereignis erhebliche Belastungen für Gesellschaften und Volkswirtschaften weltweit mit sich bringen könnte. Bereits im August hatte das britische Wetteramt Met Office auf die Möglichkeit des intensivsten El Niño seit über einem Jahrhundert hingewiesen.
El Niño tritt in der Regel alle zwei bis sieben Jahre auf und ist mit einer Erwärmung der Meeresoberfläche im Pazifik verbunden, was globale Wetterverhältnisse stört. In einigen Regionen führt dieses Phänomen zu trockenerem und heißerem Wetter, während andere Gebiete kühler und feuchter werden. Die aktuellen Auswirkungen sind bereits in Indonesien spürbar, wo eine außergewöhnlich lange Trockenzeit verheerende Waldbrände zur Folge hatte.
Aktuelle Messungen zeigen, dass die Ozeane derzeit höhere Temperaturen als üblich aufweisen. Wissenschaftler berichteten, dass die durchschnittliche Oberflächentemperatur im zentral-östlichen Äquatorial-Pazifik von Mai bis Juli um 1,5 Grad über dem Normalwert lag. Im August stieg dieser Wert auf 2,2 bis 2,6 Grad über dem Durchschnitt. In tieferen Wasserschichten lagen die Temperaturen im Juli und Anfang August teilweise über 8 Grad über dem Normalwert.
Die neuesten Daten lassen darauf schließen, dass sich die Situation weiter zuspitzen könnte. Experten erwarten, dass der El Niño gegen Jahresende seinen Höhepunkt erreichen wird, und die klimatischen Auswirkungen werden voraussichtlich bis weit ins nächste Jahr hinein spürbar sein. Zudem könnte die Kaltfront in den kommenden Tagen zu weiteren extremen Wetterereignissen führen.
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Quellen: tagesschau, WDR
Bildquelle: Jon Sullivan via Wikimedia Commons (Public domain)
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