Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper hob in seiner Eröffnungsrede die Relevanz des neuen Platzes hervor. Er betonte, dass Kinderrechte einen zentralen Platz im Leben einnehmen sollten und somit auch in der Stadt verankert sein müssen. Kinder würden oft auf ihre Pflichten hingewiesen, wie das Aufräumen des Zimmers oder das Erledigen der Hausaufgaben. Gleichzeitig hätten sie jedoch auch zahlreiche Rechte, die ihre Kindheit betreffen. Dazu zählen das Recht auf Spiel, das Recht auf Bildung, das Recht auf eine gesunde und sichere Kindheit sowie das Recht, von Erwachsenen gehört zu werden und ernst genommen zu werden. In Deutschland existieren über 10.000 Städte, jedoch haben bislang nur 71 einen Platz der Kinderrechte. Nopper äußerte seine Freude darüber, dass Stuttgart am Weltkindertag die 72. Platz der Kinderrechte einweiht.
Maria Haller-Kindler, die Kinderbeauftragte der Stadt, die die Veranstaltung zusammen mit Theresa Weiß vom städtischen Zukunftsteam moderierte, erklärte, dass der Platz der Kinderrechte ein Zeichen für Stuttgart als Stadt der Kinderrechte sei. Er solle zudem als Spiel-, Erlebnis- und Lernort dienen, an dem die Kinder spielerisch erfahren können, welche Rechte ihnen zustehen und welche Bedeutung diese für sie, Jugendliche und die Gesellschaft haben. Der Platz soll auch verdeutlichen, dass der öffentliche Raum allen Bürgern, einschließlich Kindern und Jugendlichen, gehört.
Gestaltung und Beteiligung von Kindern
Die Neugestaltung des Platzes fand unter aktiver Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen statt. Im September 2024 wurde ein erster Workshop mit dem Zukunftsteam der Stadt durchgeführt, bei dem die Wünsche der Kinder, wie Bewegungsmöglichkeiten und verständliche Informationen zu ihren Rechten, in die Entwürfe einflossen. Im August 2026 trugen zudem Vorschläge des inklusiven Horts des Betty-Hirsch-Schulzentrums zur Gestaltung bei, die bunte Bodenmarkierungen beinhalteten, die verschiedene Bereiche des Platzes miteinander verbinden und zum Balancieren und Hüpfen einladen.
Für die gestalterische Umsetzung wurde das Stuttgarter Studio Vierkant beauftragt, während die spielerischen Elemente von der Firma Mätsch GmbH stammen. Der Platz umfasst unter anderem ein großflächiges Wimmelbild zu Kinderrechten in Stuttgart, eine Mitmachsäule sowie thematische Skulpturen. Bereits vorhandene Elemente wie Pflanzkübel und Basaltblöcke wurden in das Konzept integriert, wobei die Würfel um das Trampolin das Recht auf Gleichbehandlung aller Kinder symbolisieren.
Entstehung und Zusammenarbeit der Stadtverwaltung
Die Initiative zur Benennung des Platzes wurde im Mai 2023 vom Jugendrat Mitte, dem Verein Terre des Hommes Stuttgart e.V. und dem Kinderschutzbund Ortsverband Stuttgart angestoßen und fand Unterstützung im Bezirksbeirat Mitte. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats beschloss im Juli 2024 die offizielle Umbenennung. Stuttgart trägt seit 2020 das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“, eine bundesweite Auszeichnung für Städte, die Kinderrechte fest verankern.
Die Planung und Umsetzung des Projekts lag in der Verantwortung des städtischen Kinderbüros, das eng mit verschiedenen Ämtern zusammenarbeitete, darunter das Stadtplanungsamt, das Tiefbauamt, das Amt für öffentliche Ordnung, das Garten-, Friedhofs- und Forstamt, das Amt für Sport und Bewegung, das Jugendamt, das Haupt- und Personalamt sowie der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Zwischen dem Grundsatzbeschluss und der Fertigstellung vergingen etwa zwei Jahre.
Engagement der Stadtgesellschaft
Das Einweihungsfest stellte verschiedene Kinderrechte anschaulich dar. Das Spielmobil „Mobifant“ symbolisierte das Recht auf Spiel, während die Stadtwerke Stuttgart mit ihrem Energiewendemobil Informationen zur Energiewende und nachhaltigen Strom bereitstellten, was das Recht auf eine gesunde Zukunft verdeutlichte. Der städtische Eigenbetrieb Märkte Stuttgart sorgte für frisches Obst, was das Recht auf Gesundheit repräsentierte.
Verschiedene Organisationen und Vereine trugen zum Erfolg der Veranstaltung bei, darunter der Stadtjugendring Stuttgart, die element-i-Stiftung, die Kinderstiftung Stuttgart, die Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft, die Katholische Kirche Stuttgart, die junge vhs sowie migrantische Vereine. Auch die Nachbarschaft war aktiv beteiligt: Das Pianohaus Steinway & Sons stellte ein offenes Klavier zur Verfügung, was das Recht auf kulturelle Bildung symbolisierte, und das benachbarte Eiscafé MICA bot ein thematisches Kindereis an.
Hintergrund zu Plätzen der Kinderrechte in Deutschland
Nach Informationen des Kinderschutzbundes Baden-Württemberg gibt es in Deutschland insgesamt 71 Plätze der Kinderrechte (Stand: Oktober 2025). In Baden-Württemberg sind solche Plätze bereits in Städten wie Balingen, Ludwigsburg, Reutlingen, Sigmaringen, Waldkirch, der Gemeinde Kirchzarten sowie im Neckar-Odenwald-Kreis vorhanden, und nun auch in Stuttgart. Zudem zeigt Stuttgart, wie wichtig die digitale Transformation ist, wie in dem Artikel über Stuttgart im Smart City Index beschrieben.
Das Rathaus lädt ein: Erleben Sie einen Blick hinter die Kulissen und aktiv mitgestalten.
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Quellen: stuttgart
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