Die Auseinandersetzung mit dem Wettskandal von 2009 hat für Claus-Dieter „Pele“ Wollitz, den Trainer von Energie Cottbus, gravierende Konsequenzen mit sich gebracht. In einem Podcast berichtet er von den Belastungen, die ihn während seiner Trainerzeit beim VfL Osnabrück prägten.
Unangenehme Erfahrung mit der Staatsanwaltschaft
Wollitz sah sich damals mit der Staatsanwaltschaft Bochum konfrontiert, da mehrere seiner Spieler verdächtigt wurden, an manipulierten Spielen beteiligt gewesen zu sein. Auch Wollitz war selbst vorgeladen worden, was ihn in eine sehr unangenehme Situation brachte. Er reflektiert:
„Du sitzt bei dieser Staatsanwaltschaft und die stellen dir Fragen. Das war für mich unfassbar. Das war so niederträchtig, dass du wirklich das Gefühl hattest, ey, du bist ja auch jemand, der Spiele verschoben hat. Und das als Cheftrainer.“
Ein Gefühl der Ohnmacht
Die Befragungen durch die Staatsanwaltschaft waren für Wollitz mental extrem belastend. Er schildert, wie er sich in dieser Lage fühlte:
„Da habe ich irgendwann gesagt, ey, pass auf. Leute, das reicht mir jetzt wieder. Keine Ahnung, was ihr von mir wollt. Aber das Spiel spiele ich jetzt hier nicht mehr mit, weil du wirst da so erdrückt.“
Trotz dieser Herausforderungen betont er, dass er ein reines Gewissen habe und sich als Opfer der Situation sehe.
Entwicklung der Ermittlungen
Obwohl Wollitz nie angeklagt wurde, waren andere Spieler, wie sein damaliger Kapitän Thomas Reichenberger, unter Verdacht geraten. Im Dezember 2009 stellte sich jedoch heraus, dass Reichenberger von den mutmaßlichen Drahtziehern der Wettmafia entlastet wurde. Auf der anderen Seite wurden zwei seiner Spieler, Thomas Cichon und Marcel Schuon, wegen ihrer Beteiligung an Manipulationen verurteilt.
Nachwirkungen des Wettskandals
Eine besonders prägende Erinnerung ist das Relegationsspiel gegen den SC Paderborn am 1. Juni 2009, in dem Cichon einen Elfmeter vergab, was letztlich zum Abstieg des VfL Osnabrück führte. Wollitz erinnert sich:
„Thomas Cichon war der sicherste Elfmeterschütze, den wir hatten. Und der verschießt plötzlich einen Elfmeter. Drei Monate später kommt diese Geschichte, dass Spiele davor verschoben worden sind.“
Dieses Ereignis belastete ihn über Jahre hinweg, da es Zweifel an der Integrität seiner Spieler schürte.
Ein Schritt zur Heilung
In der heutigen Zeit hat Wollitz Frieden mit diesen Erfahrungen geschlossen. Der jüngste Aufstieg mit Energie Cottbus hat ihm geholfen, einen Schlussstrich unter diese belastende Episode zu ziehen.
Der Podcast „Phrasenmäher“ ist auf gängigen Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts verfügbar und bietet einen tiefen Einblick in Wollitz‘ Karriere und die Herausforderungen, die er meistern musste.
Quellen: Bild
Bildquelle: Von LEAG_DE – Vertragsverlaengerung FC Energie/LEAG 2017, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=105376399
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