Gianni Infantino, der Präsident der FIFA, steht aufgrund anhaltender Kritik an seinem Führungsstil zunehmend unter Druck. In einem Schreiben an die Führungskräfte der 211 Mitgliedsverbände und die Mitglieder des FIFA-Councils hat er signalisiert, dass er bereit ist, Gespräche über mögliche Reformen innerhalb des Fußball-Weltverbands zu führen. Er schlägt erstmals eine unabhängige externe Überprüfung der Governance-Strukturen der FIFA vor.
In dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, stellt Infantino den Vorschlag in den Raum, den FIFA-Rat um die Erlaubnis zu bitten, eine solche Untersuchung zu initiieren. Zudem regt er an, eine strukturierte und zeitlich begrenzte Konsultation mit den Konföderationen, Mitgliedsverbänden und anderen relevanten Interessengruppen durchzuführen. Ziel dieser Gespräche ist es, die internen Entscheidungsprozesse der FIFA zu optimieren und die Rolle des Präsidenten zu klären.
Der FIFA-Präsident hebt hervor, dass es essenziell sei, die Institutionen der FIFA frühzeitig in bedeutende Projekte einzubeziehen. Diese Ankündigung erfolgt in einer Zeit, in der er wegen seiner Bemühungen zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren erheblichen Druck verspürt. Infantino betont die Notwendigkeit, die Entscheidungsprozesse der FIFA transparent und effizient zu gestalten.
Bereits hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf eine grundlegende Veränderung in der Führung der FIFA gefordert, die ohne Gianni Infantino stattfinden sollte. Trotz dieser Forderungen bekräftigt der FIFA-Präsident seine Absicht, an der Spitze des Verbands zu bleiben. Ein Verzicht auf eine erneute Kandidatur für eine vierte Amtszeit beim Kongress im März 2027 steht für ihn nicht zur Debatte. Bierhoff fordert Veränderungen.
Infantino zeigt sich optimistisch hinsichtlich der künftigen Entwicklungen der FIFA und betont die Verantwortung, die Unabhängigkeit des Verbands zu bewahren sowie dessen Institutionen zu stärken. Er sieht die Notwendigkeit, den globalen Fortschritt im Fußball zu fördern und sicherzustellen, dass dieser allen zugutekommt.
In der Auseinandersetzung mit Infantino haben sowohl die UEFA als auch der nordamerikanische Verband CONCACAF den Druck verstärkt und fordern eine Millionenausschüttung für jeden Verband. Vorschläge, die bis zur Sitzung des FIFA-Rates am 15. Oktober eingereicht werden, könnten dort bereits erörtert werden. Trotz der klaren Opposition gegen Infantino können die UEFA und CONCACAF bislang keinen Gegenkandidaten für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen benennen.
Der Konflikt eskalierte Ende August, als die Androhung eines Strafantrags vor Schweizer Gerichten im Zusammenhang mit den WM-Investorenplänen öffentlich wurde. In diesem Kontext sind Informationen über die geplanten Geschäfte auch bei US-Gerichten angefragt worden. Die Situation bleibt angespannt, und die Reaktion der Kritiker auf Infantinos Vorschläge steht noch aus.
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Quellen: sportschau, SPORT1
Bildquelle: Doha Stadium Plus Qatar via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
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