Umfang des gescheiterten Anschlags am Flughafen Leipzig-Halle größer als gedacht
Die Enthüllungen rund um den gescheiterten Anschlagsversuch auf den Flughafen Leipzig-Halle deuten auf eine komplexere Situation hin, als bisher angenommen. In der Umgebung des Flughafens wurde von den Behörden eine zusätzliche Drohne sowie militärischer Sprengstoff gefunden.
Neue Entdeckung: Drohne und Sprengstoff aufgetaucht
Die Polizei hat in der Nähe des Flughafens Leipzig-Halle ein unbemanntes Fluggerät entdeckt, das möglicherweise für Angriffe auf ukrainische Antonow-Frachtflugzeuge vorgesehen war. Berichten zufolge wurde die dritte Drohne bereits am 14. August auf einem Feld in Kabelsketal aufgespürt. Das Flugobjekt war jedoch defekt. An der Fundstelle fanden die Ermittler zudem 50 Gramm des hochexplosiven Sprengstoffs Hexogen, auch bekannt als T4, der in militärischen Anwendungen Verwendung findet.
Erste Entdeckung und weitere Vorfälle
Bereits am Abend des 4. August war eine erste Drohne, die mit Sprengstoff präpariert war, auf dem Flughafengelände entdeckt worden. Diese befand sich zwischen ukrainischen Frachtmaschinen und konnte aufgrund eines defekten Zünders nicht detonieren. In derselben Nacht kam es zudem zu einem Zusammenstoß eines DHL-Frachtflugzeugs mit einer weiteren mutmaßlichen Drohne, die zu einem kleinen Schaden an der Maschine führte. Allerdings konnten bei nachfolgenden Ermittlungen weder die Drohne noch deren Teile aufgefunden werden.
Unklarheiten über die Identität der Drohne
Die Berichterstattung von NDR, WDR und der „Süddeutschen Zeitung“ wird von dem „Spiegel“ teilweise angezweifelt, der eine große Skepsis äußerte, ob es sich tatsächlich um eine Drohne handelte. An der Frachtmaschine seien auch organische Spuren entdeckt worden, was darauf hindeutet, dass möglicherweise ein Vogel mit der Maschine kollidiert war.
Technische Vorrichtungen und mögliche Urheber
In der Nähe der Landebahn, im verwaisten Ort Kursdorf, stießen die Ermittler auf eine technische Konstruktion, die zur Steuerung der Drohnen verwendet worden sein könnte. Die genauen Abläufe des geplanten Anschlags bleiben unklar, ebenso wie die Identität der Verantwortlichen. Innenminister Alexander Dobrindt sprach von einem „hybriden Anschlagsszenario“ und schloss die Möglichkeit, dass „fremde Mächte“ involviert seien, nicht aus. Sicherheitskreisen zufolge wird angenommen, dass russische Geheimdienste in die Planung verwickelt sein könnten. Russland selbst hat diese Vorwürfe zurückgewiesen. Die Bundesanwaltschaft bezeichnete den Vorfall als einen „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.
Die Bundesregierung hat in einer Stellungnahme klar Stellung bezogen und die Vorfälle als ernst zu nehmende Bedrohung eingestuft. Zudem wird die Situation weiterhin genau beobachtet, um mögliche weitere Angriffe zu verhindern.
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Quellen: n-tv, tagesschau
Bildquelle: Dguendel via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
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