Der ehemalige General der bosnisch-serbischen Armee, Ratko Mladić, ist gestorben. Nach Informationen serbischer Medien und einer Bestätigung durch einen hochrangigen Vertreter der Vereinten Nationen fand sein Tod im Alter von 84 Jahren in der Haftanstalt der UN in Den Haag statt.
Mladić, der aufgrund seiner brutalen Taktiken auch als „Schlächter von Bosnien“ bezeichnet wurde, war seit seiner Festnahme im Jahr 2011 in UN-Haft. In den letzten Jahren litt er unter erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen, darunter mehrere Schlaganfälle. Sowohl seine Angehörigen als auch die serbischen Behörden hatten eine Verlegung in ein Militärkrankenhaus in Serbien gefordert, was jedoch vom Haager Gericht abgelehnt wurde. Vor seinem Tod äußerte sein Sohn, dass er von einem „stillen Mord an meinem Vater“ sprach.
Verurteilung für schwere Verbrechen
Das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien hatte Mladić im Jahr 2017 für seine Rolle beim Massaker von Srebrenica verurteilt, bei dem mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen ermordet wurden. Dieses Verbrechen wird als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg angesehen. Darüber hinaus wurde ihm die Verantwortung für die langjährige Belagerung von Sarajevo zugeschrieben, bei der rund 10.000 Menschen ums Leben kamen.
Die Richter stellten klar, dass Mladić zusammen mit anderen führenden Persönlichkeiten, darunter der frühere serbische Präsident Slobodan Milošević und Radovan Karadžić, das Ziel einer „ethnischen Säuberung“ verfolgt hatte, um ein großserbisches Reich zu schaffen. Munira Subasic, eine Überlebende des Srebrenica-Massakers, erklärte, dass Mladić als Symbol für die Gräueltaten während des Krieges steht.
Gesundheitszustand und Haftbedingungen
Nach dem Ende des Bosnienkrieges lebte Mladić viele Jahre im Verborgenen, bis er 2011 in Serbien gefasst wurde. Er leistete keinen Widerstand bei seiner Festnahme, war jedoch gesundheitlich stark angeschlagen. In den vergangenen Jahren verschlechterte sich sein Gesundheitszustand weiter, was zu mehreren Krankenhausaufenthalten führte. Anträge auf Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen wurden von den zuständigen Richtern abgelehnt. Ein UN-Arzt hatte kürzlich erklärt, dass der Tod des ehemaligen Generals jederzeit eintreten könne.
Obwohl das offizielle Geburtsdatum von Mladić auf den 12. März 1942 datiert ist, wurde er tatsächlich am 8. März 1943 geboren. Sein Urteil, lebenslang hinter Gitter zu bleiben, wurde 2021 nach einer abgelehnten Berufung endgültig bestätigt.
Quellen: n-tv, tagesschau
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