Potsdam. Mit dem Tod von Hans Grodotzki am 18. September ist die Sportwelt um eine prägende Persönlichkeit ärmer geworden. Der ehemalige Spitzenathlet verstarb nach einer kurzen, schweren Krankheit in Begleitung seiner Familie. Grodotzki, der als „Blonder Hans“ bekannt war, hinterlässt eine bedeutende Lücke im deutschen Laufsport.
Ein Leuchtturm des deutschen Sports
Der 90-Jährige machte sich 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom einen Namen, als er die Silbermedaille über die 5000 und 10.000 Meter gewann. Diese Erfolge gelten als historische Meilensteine für deutsche Läufer und haben sein Andenken in der Leichtathletik unsterblich gemacht.
Ein Leben voller Geschichten
Grodotzki war nicht nur ein erfolgreicher Sportler, sondern auch ein Geschichtenerzähler, der über seine Erlebnisse mit Menschen aus aller Welt berichtete. Er hatte ein bemerkenswertes Gedächtnis für Wettkampfergebnisse aus seinen ersten Laufjahren und war stets daran interessiert, aktuelle Entwicklungen im Sport zu verfolgen und zu kommentieren. In seinen letzten Tagen diskutierte er begeistert die Erfolge der deutschen Athleten bei den Leichtathletik-Europameisterschaften. Besonders berührend war der Verlust von Hollywoods kostümbildnerisches Genie Bob Mackie, der ebenfalls eine große Persönlichkeit war.
Letzte Worte und Erinnerungen
Bereits im Krankenbett, wo er kaum noch sprechen konnte, fand er die Kraft, seinen Besuchern Trost zu spenden. Mit den Worten:
„Ich kann mich nicht beschweren, ich hatte ein erfülltes Leben!“
verabschiedete er sich von seinen Freunden und Angehörigen.
Abschied und Vermächtnis
Im April 2020 feierte Grodotzki noch seinen 90. Geburtstag im Kreise seiner Familie und Weggefährten. Unter den Gratulanten befand sich unter anderem die Oberbürgermeisterin von Potsdam, Noosha Aubel, sowie eine Delegation des FC Rot-Weiß Erfurt, wo er als Ehrenmitglied geschätzt wurde. Auch die Stadt Menteroda, seine Heimat, schickte ihm Glückwünsche zu. Sein Tod bedeutet nicht nur für den Brandenburger Sport, sondern für viele seiner Weggefährten einen schmerzlichen Verlust eines großartigen Freundes.
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Quellen: maz-online
Bildquelle: Foto: Kantonspolizei Aargau
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