Die enge militärische Kooperation zwischen den USA und Südkorea könnte vor einem grundlegenden Wandel stehen. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die aktuellen gemeinsamen Militärübungen signifikant zu reduzieren. Als Gründe nannte er die hohen finanziellen Belastungen, die Entwicklungen im Iran und seine Beziehungen zu Nordkorea. Trump setzt Iran unter Druck.
Auf der Plattform Truth Social äußerte Trump seine Unzufriedenheit mit der früheren Vereinbarung über die Militärübungen. Er wies darauf hin, dass diese nicht nur teuer seien, sondern dass die USA den Großteil der Kosten tragen müssten. Zudem kritisierte er, dass Südkorea sich nicht an den Denuklearisierungsbestrebungen in Bezug auf den Iran beteiligen wolle.
Trump erklärte, dass eine vollständige Absage der Übungen nicht mehr möglich sei. Deshalb habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth beauftragt, die Militärübungen mit Südkorea „deutlich zu reduzieren“.
Unmittelbar nach dieser Ankündigung starteten die gemeinsamen Militärübungen, die laut Berichten aus Seoul planmäßig durchgeführt wurden. Die Übung „Ulchi Freedom Shield“ ist auf elf Tage angelegt und sieht die Teilnahme von 18.000 südkoreanischen Soldaten vor. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Abwehr von Drohnen, Cyberangriffen und der Störung von GPS-Signalen, um die Truppen auf die wachsenden militärischen Fähigkeiten Nordkoreas vorzubereiten. Trump initiiert Zölle auf Drohnenimporte.
Jährlich führen die USA und Südkorea gemeinsame Übungen durch, um ihre Verteidigungsbereitschaft zu stärken. In Südkorea sind nahezu 30.000 US-Soldaten dauerhaft stationiert. Regelmäßig kritisiert die nordkoreanische Regierung die amerikanisch-südkoreanischen Manöver und sieht in ihnen eine Vorbereitung auf einen potenziellen Angriff. Trump will Flugzeugträger nach eigenen Vorstellungen modifizieren.
Zusätzlich plant Nordkorea, jährlich zwei große Kriegsschiffe zu bauen, die mit Atomwaffen ausgerüstet werden können.
In der Vergangenheit hatte Trump bereits versucht, die Militärübungen zu beenden. Während seiner ersten Amtszeit überraschte er mit der Ankündigung, die Manöver einstellen zu wollen. Immer wieder sucht er den Dialog mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un und sprach während seiner ersten Amtszeit dreimal mit ihm. Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus zeigte Trump erneut Interesse an einer Fortsetzung der Gespräche.
In seinen öffentlichen Äußerungen hebt Trump regelmäßig die positiven Beziehungen zu Kim hervor. Kürzlich teilte er ein Foto von sich und dem nordkoreanischen Machthaber, um das gute Verhältnis zu betonen. In seinem aktuellen Beitrag bezeichnete er die Beziehungen als „sehr gut“.
Nordkorea hat in letzter Zeit mehrfach Kurzstreckenraketen getestet und droht Südkorea mit militärischer Gewalt, wobei es den Süden als „Hauptfeind“ erachtet. Das Land steht aufgrund seines Atomprogramms unter umfangreichen UN-Sanktionen und zusätzlichen US-Sanktionen, setzt jedoch weiterhin seine Raketentests fort.
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Quellen: tagesschau, Der Spiegel
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