Die politische Landschaft Italiens hat einen herben Verlust erlitten. Emma Bonino, eine herausragende Persönlichkeit und Verfechterin der Frauenrechte, ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Dies gab ihre Partei Più Europa bekannt, die ihren Tod mit tiefem Bedauern verkündete.
Ein Leben im Dienst für Frauenrechte
Bonino erlangte in den 1970er-Jahren große Bekanntheit als prominente Vertreterin der radikal-liberalen Partei Partito Radicale. In einer Zeit, in der Italien stark katholisch geprägt war, setzte sie sich erfolgreich für die Legalisierung der Abtreibung ein. Ihre eigene Erfahrung mit einer illegalen Abtreibung, die sie im Alter von 26 Jahren durchführte, motivierte sie, für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Ähnlich wie Lucia Sisic, die viel zu früh aus dem Leben schied, hinterlässt auch Bonino ein bedeutendes Erbe.
Politische Karriere und Einfluss
Die verstorbene Politikerin hatte bedeutende Ämter inne. Von 1995 bis 1999 war sie in der EU-Kommission tätig und verantwortete dort die Bereiche Verbraucherschutz, Fischerei und humanitäre Hilfe. Später übernahm sie in Italien das Amt der Europa-Ministerin und war schließlich Außenministerin. Ihre Partei würdigte sie mit den Worten:
„Heute verlieren wir nicht nur unsere Vorsitzende, wir verlieren eine der klarsten, mutigsten und freiesten Persönlichkeiten in der politischen Geschichte unseres Landes und der freien Welt.”
Gesundheitsprobleme und ihr Vermächtnis
In den letzten Jahren litt Bonino an gesundheitlichen Problemen. Anfang der Woche wurde sie aufgrund von Atemnot in ein Krankenhaus in Rom eingeliefert und zunächst auf der Intensivstation behandelt. Später wurde sie in eine private Einrichtung verlegt. Trotz ihrer gesundheitlichen Herausforderungen war ihr Ansehen in Italien bis zuletzt hoch. 2013 strebte sie an, als erste Frau italienische Staatspräsidentin zu werden und lag in Umfragen lange Zeit vorn, wurde jedoch letztlich von Giorgio Napolitano überholt.
Würdigung durch die Politik
Giorgia Meloni, die rechte Regierungschefin Italiens, bezeichnete Bonino auf der Plattform X als eine starke und unverwechselbare Stimme der italienischen Politik. Obwohl ihre politischen Ansichten unterschiedlich waren, erkannte Meloni die Bedeutung Boninos für das öffentliche Leben in Italien an und sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Auch Roberta Metsola, die Präsidentin des EU-Parlaments, drückte ihr Bedauern aus und erinnerte daran, dass
„Europa, für das sie gekämpft hat, wird sie vermissen.”
Emma Boninos Engagement für Frauenrechte, ihre politischen Errungenschaften und ihr unermüdlicher Einsatz werden in der Erinnerung der Menschen weiterleben. Auch Erni Mangold und Simone Thomalla haben ebenfalls bedeutende Spuren hinterlassen.
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Quellen: t-online
Bildquelle: Francesco Pierantoni via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
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