Die Eröffnung des „Lucas Museum of Narrative Art“ in Los Angeles stellt einen bedeutenden Erfolg für George Lucas dar, der über zwei Jahrzehnte an diesem Projekt gearbeitet hat. Nach zahlreichen Rückschlägen und gescheiterten Versuchen in Städten wie Chicago und San Francisco hat der Schöpfer von „Star Wars“ schließlich in der US-Filmmetropole sein Ziel erreicht. Das Museum wird am 22. September im Exposition Park seine Pforten öffnen.
Bei einer Vorbesichtigung des Museums, die für Lucas eine seltene Gelegenheit darstellt, öffentlich zu sprechen, äußerte er sich über die Herausforderungen, die er auf dem Weg zur Eröffnung überwinden musste. „Nun, es war ein langer Weg“, erklärte Lucas in einem der Kinosäle des neuen Gebäudes. „Mittlerweile sind es etwa 17 Jahre, in denen ich aus Städten vertrieben wurde und versucht habe, dieses Projekt zu verwirklichen.“ Ursprünglich war das Museum für Chicago geplant, bevor es nach San Francisco und schließlich nach Los Angeles verlegt wurde. Die Grundsteinlegung fand 2018 statt, und Lucas bezeichnete die Eröffnung als ein großes Fest, da es so lange gedauert hat, bis das Museum realisiert werden konnte.
Lucas, der das Projekt selbst finanziert, betonte, dass er es gewohnt sei, das Unmögliche zu verwirklichen. „Ein Teil des Problems ist, dass ich ein Freigeist bin“, sagte der Regisseur und Produzent. Gemeinsam mit seiner Frau, Mellody Hobson, hat er das Museum ins Leben gerufen, um die Illustratoren zu feiern, die oft nicht die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Hobson erklärte, dass das Museum „der Kunst des Volkes gewidmet“ sei.
Über 40.000 Exponate im Museum
Lucas betonte, dass es nur sehr wenige Dinge auf der Welt gibt, die man allein bewältigen kann. Narrative Kunst schaffe eine Gemeinschaft von Menschen mit einem gemeinsamen Glaubenssystem, das es ihnen ermögliche, zusammenzuarbeiten und Großes zu erreichen. Auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern werden mehr als 40.000 Werke aus der Gründungssammlung präsentiert. Lucas sammelt seit über fünf Jahrzehnten und die verschiedenen Galerien im 4. und 5. Stock sind thematisch gegliedert in Bereiche wie „Abenteuer“, „Kino“, „Architektur“, „Fotografie“ und „Science-Fiction“. Zu den Exponaten zählen Werke von Künstlern wie Frida Kahlo, Diego Rivera, Maxfield Parrish und Norman Rockwell sowie Comics und Manga-Zeichnungen.
In einer überraschenden Wendung hat der bekannte Street-Art-Künstler Banksy kürzlich einige Werke im Museum hinterlassen. Museumsdirektorin Tracey Bates berichtete, dass Banksy „ein bisschen Unordnung hinterlassen“ hat, die jedoch mit Freude präsentiert wird. Unter anderem wird eine Version von Banksys „Girl With Balloon“ ausgestellt.
Vielfältige Angebote im Museum
Obwohl Lucas in seiner Ansprache „Star Wars“ nicht erwähnte, ist das Franchise dennoch im Museum vertreten. Die Ausstellung „Star Wars in Motion“ widmet sich dem visuellen Geschichtenerzählen und zeigt verschiedene Fahrzeuge aus den ersten sechs Filmen, darunter Podracing-Requisiten und Kostüme.
Das Museum bietet jedoch weit mehr als nur Galerien. Auf insgesamt 28.000 Quadratmetern gibt es zwei Kinosäle, eine Bibliothek, ein Café, Veranstaltungsräume, ein Restaurant namens „Skywalker Grill“, eine Dachterrasse und einen Museumsshop. Es ist in einen viereinhalb Hektar großen Park integriert, der speziell für das Museum angelegt wurde.
Der Park, entworfen von Mia Lehrer vom Studio-MLA, beherbergt Hunderte einheimische Pflanzen und über 200 Bäume. Zudem gibt es einen hängenden Garten über einem Amphitheater und einen wasserfallartigen Springbrunnen, der zur Kühlung des Gebäudes beiträgt.
Innovatives Design des Museums
Das futuristische Design des Museums stammt von Architekt Ma Yansong, dessen Arbeiten durch fließende, organische Formen geprägt sind. „In der Natur sieht man nie gerade Linien“, erklärte Yansong. Das Gebäude soll den Besuchern ermöglichen, es aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken und ihre Fantasie anzuregen. Inspiriert von der Form einer Wolke, die sich ständig verändert, soll das Museum Raum für kreative Gedanken bieten. Museumsdirektorin Bates betonte, dass es das Ziel sei, bei jungen Menschen den Funken der Fantasie zu entfachen, den George Lucas vor 50 Jahren verspürt hat.
Quellen: n-tv
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