Die Entdeckung eines besonders großen Wespennests unter einem Sportplatz in Rom sorgte für Aufsehen. Ein Betreiber eines Bogenschützenvereins an der Via Nomentana versuchte zunächst, die Situation selbst zu bewältigen. Nachdem er die betroffene Stelle mit Flatterband absicherte, sprühte er Insektizid und zündete schließlich ein Feuer an, um die Wespen zu vertreiben. Trotz dieser Maßnahmen blieb das Volk unversehrt, da es sich in einer Tiefe von etwa 70 bis 80 Zentimetern im Erdreich befand.
Das Nest, das schätzungsweise zwischen 25.000 und 30.000 Deutsche Wespen beherbergte, wurde erst durch den Einsatz eines Baggers vollständig freigelegt. Die Helfer trugen dabei Schutzanzüge, während der Ethologe Andrea Lunerti, bekannt für seine Einsätze bei Wespen und Hornissen in Rom, den Vorgang dokumentierte.
Ein außergewöhnlicher Bergungseinsatz
Aufgrund der beeindruckenden Größe und der tiefen Lage des Nests war es mit herkömmlichen Werkzeugen nicht möglich, bis zu dem Nest vorzudringen. Ein Bagger kam daher zum Einsatz, um die Oberflächenvegetation abzutragen und die darüberliegenden Erdschichten zu entfernen. Das Team stellte bei der Bergung fest, dass das Nest aus mehreren Wabenscheiben bestand und die Wespen selbst gegraben hatten, wobei sie eine unterirdische Plastikplane als Dach verwendet hatten.
Risiken für Sportler und Anwohner
Die Sportanlage wird von Jugendlichen frequentiert, die in unmittelbarer Nähe des Einfluglochs trainieren. Wespen sind dafür bekannt, dass sie ihren Stachel mehrfach einsetzen können, was bei einem Massenangriff zu gefährlichen Situationen führen kann. Tritte oder Erschütterungen über dem Nest könnten einen solchen Angriff auslösen, was auf einem stark genutzten Sportplatz nicht auszuschließen ist.
Besonders bemerkenswert war die Entdeckung zahlreicher Jungköniginnen im Nest, die bereit sind, den Winter zu überstehen. Jede dieser Jungköniginnen hat das Potenzial, im kommenden Frühjahr ein eigenes Volk zu gründen, wobei der Erfolg stark von den Winterbedingungen abhängt.
Ursachen für die Ansiedlung in urbanen Gebieten
Die wachsende Zahl von Wespen in städtischen Regionen wird unter anderem auf die intensive Landwirtschaft zurückgeführt, die ihnen in ländlichen Gebieten die Nistplätze entzieht. Parks und Sportanlagen bieten den Wespen jedoch optimale Bedingungen, indem sie sowohl Wärme als auch Nahrung bereitstellen.
Fakten zur Deutschen Wespe
Die Deutsche Wespe, wissenschaftlich als Vespula germanica bekannt, ist in Europa weit verbreitet und hat sich mittlerweile auf nahezu allen Kontinenten angesiedelt. In Regionen mit milden Wintern können die Völker sehr groß werden. Der Weltrekord für das größte Wespennest wurde 1963 in Neuseeland aufgestellt und misst 3,7 Meter in der Länge. Im Vergleich dazu war das Nest in Rom zwar groß, jedoch nicht außergewöhnlich. In Deutschland beheimatete Völker erreichen üblicherweise Größen von 3.000 bis 4.000 Tieren, wobei in Einzelfällen auch über 10.000 Tiere gezählt wurden.
Rechtliche Aspekte im Umgang mit Wespennestern
Bei der Entdeckung eines Wespennests ist es ratsam, einen Abstand von zwei bis drei Metern einzuhalten, das Flugloch nicht zu blockieren und Erschütterungen zu vermeiden. Oft wird fälschlicherweise Insektenspray eingesetzt. Rechtlich gelten Deutsche und Gemeine Wespen nicht als besonders geschützte Arten, sodass ihre Beseitigung ohne Genehmigung unter bestimmten Umständen, wie etwa bei einem Nest in unmittelbarer Nähe zum Hauseingang, zulässig ist.
Andernfalls könnte die Entfernung als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, was Bußgelder von bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen kann. Die häufig erwähnten 50.000 Euro gelten für besonders geschützte Arten wie Hornissen. In der Regel lösen sich die Probleme von selbst, da die Völker im Oktober absterben und nur die Jungköniginnen überwintern. Zudem kann ein großes Wespennest täglich bis zu ein Pfund Insekten fangen, was zu einem effektiven natürlichen Schädlingsbekämpfungsmechanismus im Garten führt.
Quellen: Berliner Zeitung, Focus
Bildquelle: Reinhold Möller Ermell via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.