Vor der anstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich die politische Landschaft als dynamisch. Die regierende SPD unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich in den aktuellen Umfragen positiv entwickelt. Im Vergleich zu den Ergebnissen aus Juli hat die SPD um drei Punkte zugelegt und nähert sich damit der AfD an. Diese positive Tendenz wird vor allem der Konzentration auf Schwesig als Spitzenkandidatin sowie ihrem Amtsbonus zugeschrieben.
Im Vorjahresvergleich war die Lage für die SPD jedoch weitaus weniger vorteilhaft. Zu diesem Zeitpunkt lag die Partei mit nur 19 Prozent fast 20 Punkte hinter der AfD zurück. In der neuesten Umfrage bleibt die AfD zwar die dominierende politische Kraft, verzeichnet jedoch einen Rückgang um einen Punkt und verharrt bei etwa 35 Prozent. Die Linke belegt mit einem Verlust von ebenfalls einem Punkt den dritten Platz und erreicht nun 11 Prozent.
Die Methodik zur Erstellung der Umfragen umfasst verschiedene Ansätze und Stichproben, die eine präzise Auswertung der Ergebnisse ermöglichen.
CDU steht vor einem historischen Tiefpunkt
Die CDU sieht sich einem drohenden historischen Tiefpunkt gegenüber. Aktuell erzielt sie einen Wert von 8 Prozent in den Umfragen, was einen neuen Negativrekord für die Christdemokraten darstellen würde. Bei der Landtagswahl 2021 kam die CDU lediglich auf 13,3 Prozent. Auch bundesweit könnte die CDU das schlechteste Ergebnis bei Landtagswahlen seit 1951 einfahren, als sie in Bremen 9,0 Prozent erreichte. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, der bis 2021 von der Kanzlerin vertreten wurde, könnte diese Marke sogar unterbieten.
Im NDR MV Interview wurden die Spitzenkandidaten der bedeutendsten Parteien zur Landtagswahl vorgestellt, inklusive relevanter Faktenchecks.
Unsicherheiten für Grüne und BSW
Der Ausgang der Wahl bleibt für die Grünen ungewiss. Laut der Umfrage könnte ihnen ein Wert von 5 Prozent gelingen, was den Wiedereinzug in den Landtag ermöglichen würde. Das Bündnis für soziale Gerechtigkeit (BSW) hingegen könnte mit 4 Prozent unter die Sperrklausel fallen und damit den Einzug in den Landtag verpassen.
Die Umfrage zeigt keine Anzeichen für eine Wechselstimmung. Im Gegenteil, die Werte der rot-roten Landesregierung haben sich leicht verbessert. 56 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die SPD die nächste Landesregierung anführen sollte, während lediglich 31 Prozent die AfD bevorzugen. Bei einer Direktwahl des Regierungschefs würden sich 60 Prozent für Schwesig entscheiden, während nur 25 Prozent für ihren Herausforderer Leif-Erik Holm von der AfD stimmen würden.
Beliebtheit der Regierungsparteien
Im Ranking der Beliebtheit der Regierungsparteien schneiden die Spitzenkandidaten insgesamt deutlich besser ab. 57 Prozent der Befragten äußern sich positiv über die Arbeit von Schwesig, was einen Anstieg um 4 Punkte bedeutet. Auch Simone Oldenburg von der Linken kann Zugewinne verzeichnen. Im Gegensatz dazu zeigen Enrico Schult von der AfD und CDU-Chef Daniel Peters keine Veränderung in ihren Zustimmungswerten. Peters‘ Wahlkampagne, die sich auf die Mitte konzentriert und als Bindeglied zwischen SPD und AfD positioniert, scheint bisher nicht den gewünschten Erfolg zu bringen.
Koalitionsmöglichkeiten und Einfluss der AfD
Obwohl die aktuelle rot-rote Landesregierung laut Umfrage ihre Mehrheit verlieren würde, besteht die Möglichkeit, dass beide Partner weiterhin in einer rot-rot-grünen Koalition regieren können. Die AfD könnte mit über einem Drittel der Stimmen keine Alleinregierung bilden. Dennoch wäre die Partei in der Lage, ihr Ergebnis von 2021 zu verdoppeln und als stärkste Kraft im Landtag aufzutreten, was ihr einen größeren Einfluss verschaffen würde. Sie könnte beispielsweise Untersuchungsausschüsse beantragen und die Wahl von Verfassungsrichtern blockieren. Formal stünde ihr die Präsidentschaft des Landtags zu, allerdings bleibt unklar, ob sie die notwendige Mehrheit erreichen kann. Weitere Informationen zu Koalitionsszenarien und Umfrageergebnisse vor der Landtagswahl in MV sind verfügbar.
Bildung als zentrales Thema
Das größte Anliegen der Bevölkerung bleibt das Thema Bildung und Schule. Dicht gefolgt von den Themen Wirtschaft und Zuwanderung. Die Frage nach Arbeitsplätzen gewinnt zunehmend an Bedeutung, während Arbeitslosigkeit den vierten Platz einnimmt. Laut der Umfrage gewinnen die Wähler wieder Vertrauen in die SPD, 27 Prozent sind der Meinung, dass diese die wichtigsten Herausforderungen im Land bewältigen kann.
In diesem Bereich steht die AfD gleichauf mit der SPD, nachdem sie im Juli noch einen Vorsprung von zwei Punkten hatte. Die anderen Parteien liegen deutlich dahinter. Der Anteil der Menschen, die kein Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Parteien haben, ist erneut gestiegen und beträgt jetzt 26 Prozent.
Die CDU stellte 1990 mit Alfred Gomolka den Ministerpräsidenten. Seit 2017 wird die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern von Manuela Schwesig von der SPD geleitet.
Unzufriedenheit mit der Bundesregierung
Die Umfrage verdeutlicht eine klare Diskrepanz in der Wahrnehmung zwischen Landes- und Bundesregierung. Während die Mehrheit der Befragten mit der Arbeit der rot-roten Landesregierung zufrieden ist, sind die Werte für die schwarz-rote Bundesregierung signifikant negativ. Nur 11 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Bundesregierung einverstanden, während 86 Prozent unzufrieden sind.
Weitere Analysen zu den aktuellen Trends in Mecklenburg-Vorpommern sowie zur allgemeinen Stimmungslage im Land sind in der neuen Podcast-Folge verfügbar. Zudem gibt es interessante Einblicke in die wirtschaftlichen Auswirkungen einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt.
Methodik der Umfrage
Die Befragung wurde im Auftrag des NDR von Infratest dimap zwischen dem 26. und 31. August 2026 durchgeführt. Es wurden insgesamt 1.215 wahlberechtigte Personen aller Altersgruppen, Bildungsabschlüsse und Geschlechter in Mecklenburg-Vorpommern befragt. Die Erhebung erfolgte durch computergestützte Telefon- und Online-Interviews, darunter 712 Telefoninterviews und 503 Online-Interviews. Die Auswahl der Befragten basiert auf Zufallsstichproben, während die Gewichtung nach soziodemographischen Merkmalen sowie der Rückerinnerung des Wahlverhaltens erfolgt. Die Schwankungsbreite beträgt 2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent und 3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent.
Zusätzlich wird die Spendenaffäre: CDU-Politiker unterstützt AfD und kritisiert eigene Partei thematisiert.
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Quellen: NDR, tagesschau
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.