Tarifkonflikt in den deutschen Seehäfen erreicht neuen Höhepunkt
Die Situation im Tarifkonflikt der deutschen Seehäfen hat sich zugespitzt: Die Beschäftigten haben erneut zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Arbeitgeber haben zuletzt eine Lohnerhöhung von 5,1 Prozent für einen Zeitraum von 18 Monaten angeboten, dieses Angebot fand jedoch keine Zustimmung bei den Arbeitnehmern und wurde von einer klaren Mehrheit abgelehnt. Die Gewerkschaft ver.di hingegen fordert eine Erhöhung um 8,2 Prozent und strebt eine Laufzeit von nur einem Jahr an.
Warenumschlag leidet unter den Streiks
Am 18. August legten die Hafenbeschäftigten bereits für einen ganzen Tag die Arbeit nieder, wodurch der Warenumschlag deutlich verlangsamt wurde und in einigen Fällen sogar zum Stillstand kam. Laut ver.di sind rund 11.000 Mitarbeiter in den Häfen von den gegenwärtigen Streiks betroffen.
Vorbereitung auf den Hamburger Hafenstreik
Im Hamburger Hafen wird erwartet, dass während des aktuellen Streiks kaum größere Schiffe abgefertigt werden können. Ver.di hat dazu aufgerufen, dass Hafenarbeiterinnen und -arbeiter aus über einem Dutzend Betrieben ihre Arbeit einstellen. Zu den betroffenen Einrichtungen zählen unter anderem die HHLA Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort sowie die Mitarbeiter des Containerterminals Eurogate und der Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft.
Streikaktionen auch in Niedersachsen
Parallel zu den Aktivitäten in Hamburg finden auch in Niedersachsen Streiks statt. Hier sind insbesondere die Angestellten von J. Müller in Brake und Bremen sowie der EVAG in Emden betroffen, die für den Autoumschlag zuständig sind. Auch in Bremerhaven und Wilhelmshaven haben die Hafenbeschäftigten ihre Arbeit niedergelegt.
Arbeitgeber äußern sich zu den Streiks
Die Arbeitgeber im Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) zeigen sich überrascht über die Streikankündigung. Torben Seebold, Vorstand der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Verhandlungsführer der Arbeitgeber, hatte bereits vor dem Streikaufruf betont, dass man an die Grenzen der wirtschaftlichen Möglichkeiten gestoßen sei. Ein Tarifabschluss, der über das aktuelle Angebot hinausgeht, könnte die Betriebe ernsthaft gefährden und somit auch die Arbeitsplätze in den deutschen Seehäfen aufs Spiel setzen.
Ursachen des Tarifkonflikts
Insgesamt sind etwa 12.000 Hafenbeschäftigte in Hamburg und anderen norddeutschen Seehäfen von dem Tarifkonflikt betroffen. In den letzten Verhandlungen hatten die Hafenunternehmen Angebote für eine Lohnerhöhung von über 5 Prozent unterbreitet. Die Gewerkschaft bestand dabei darauf, die Hafenbeschäftigten vor einer Einigung zu befragen. Eine deutliche Mehrheit der 6.000 Umfrage-Teilnehmer sprach sich gegen die Annahme der Angebote aus. Die Pflegekräfte fordern Veränderung der Arbeitsbedingungen.
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Quellen: NDR, tagesschau
Bildquelle: Dietmar Rabich via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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