Laut Staatssekretär Cristian Bușoi vom rumänischen Energieministerium ist die vollständige Abschaltung des einzigen Atomkraftwerks des Landes eine direkte Folge des sinkenden Wasserstands der Donau. Diese Maßnahme führt zu einem signifikanten Rückgang von 20 Prozent in der nationalen Stromproduktion, was Besorgnis über die zukünftige Energieversorgung aufwirft.
Energiesparmaßnahmen in Scoarța
Im Dorf Scoarța, das sich etwa vier Autostunden von Bukarest entfernt befindet, ist die nächtliche Stille seit Anfang August auffällig. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, wird die Straßenbeleuchtung ab Mitternacht abgeschaltet. Bürgermeister Ion Grigore Stamatoiu erklärt, dass diese Reduzierung um vier Stunden von den Bewohnern positiv aufgenommen wird, da nachts kaum Personen unterwegs sind.
Abschaltung des Atomkraftwerks Cernavoda
Die Energieversorgung Rumäniens ist seit zwei Wochen angespannt. Im Atomkraftwerk Cernavoda wurde der erste Reaktorblock bereits Ende Juli abgeschaltet. Um den zweiten Reaktor weiterhin betreiben zu können, wurden unkonventionelle Maßnahmen, wie das Versenken von mit Steinen beladenen Lastkähnen, ergriffen, um den Wasserfluss zu erhöhen. Jedoch konnte dieser Schritt nur für einige Tage helfen.
Ursachen für die Stilllegung
Bușoi erläuterte, dass die geringen Wasserstände der Donau und die unzureichende Durchflussmenge, die für den Betrieb der Kühlpumpen notwendig sind, zur Abschaltung des zweiten Reaktors führten. Diese Maßnahme wurde am Morgen eingeleitet und stellt eine erhebliche Herausforderung für die Energieversorgung des Landes dar.
Folgen der Stilllegung
Mit der Stilllegung des Atomkraftwerks Cernavoda gehen 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs verloren. Bușoi bemerkte, dass diese Menge kurzfristig durch Importe ausgeglichen werden kann. Der zweite Block hat eine durchschnittliche Produktionskapazität von 680 bis 700 Megawatt, die nun durch Importe und Windenergie ersetzt werden sollen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Kohlekraftwerke als Reserve
Für die kommende Woche steht ein Block des Kohlekraftwerks Rovinari mit einer Kapazität von etwa 300 Megawatt als Reserve bereit. Zudem hat Rumänien die Europäische Kommission informiert, dass die Stilllegung einiger Kohlekraftwerke aufgrund der aktuellen Energiekrise verschoben werden muss. Marius Bîzgă, der Direktor des Kohlekraftwerks, rechnet damit, dass ein dritter Block bald wieder ans Netz gehen kann, um die Versorgungslücke zu schließen.
Alternative Energien im Kommen
In der Region Scoarța, die historisch vom Kohlebergbau geprägt ist, wird vermehrt auf alternative Energieträger gesetzt. Ein Solarpark wird dort demnächst in Betrieb genommen. Bürgermeister Stamatoiu zeigt sich optimistisch, dass die Gemeinde in Zukunft ihren eigenen Energiebedarf decken kann, was einen wichtigen Schritt in Richtung lokale Energieautonomie darstellt.
Importbedarf aus Nachbarländern
Im Zuge der Energiekrise wird Rumänien gezwungen sein, vermehrt Energie zu importieren, insbesondere aus Ungarn und Bulgarien. In diesen Ländern hat sich die Lage etwas entspannt, da im ungarischen Atomkraftwerk Paks zwei Turbinen wieder in Betrieb genommen wurden und das bulgarische Atomkraftwerk Kosloduj ohne Einschränkungen läuft. Diese Entwicklungen könnten Rumänien bei der Überbrückung der Lücken in der Energieversorgung unterstützen.
Quellen: tagesschau, t-online
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.