Russische Regierung übernimmt Verwaltung von Nestlé-Geschäften
Das Schweizer Lebensmittelunternehmen Nestlé sieht sich seit kurzem mit einer Zwangsverwaltung in Russland konfrontiert, nachdem der Präsident des Landes, Wladimir Putin, dies per Dekret angeordnet hat. Ab sofort obliegt die Verwaltung der russischen Vermögenswerte des Unternehmens der Gesellschaft L.E.V. Management.
In einer Stellungnahme hat Nestlé bekannt gegeben, dass das Unternehmen den Erlass zur Kenntnis genommen hat und nun die Situation sowie potenzielle Handlungsalternativen prüft. Der Konzern betont, dass er entschlossen ist, alle notwendigen Schritte zu ergreifen, um seine Rechte zu wahren und die Geschäftstätigkeit im Sinne seiner Beschäftigten aufrechtzuerhalten.
Fortführung der Aktivitäten trotz geopolitischer Spannungen
Obwohl der Ukraine-Konflikt andauert, hat Nestlé seine Geschäftsaktivitäten in Russland nicht eingestellt. Der Konzern begründet dies mit der Verantwortung als Lebensmittelhersteller, essentielle Produkte bereitzustellen. In Russland betreibt das Unternehmen sechs Produktionsstätten, in denen unter anderem Kaffee, Tiernahrung und Säuglingsnahrung hergestellt werden.
Im Jahr 2021 beschäftigte Nestlé in Russland circa 7.000 Mitarbeiter und erzielte dort rund zwei Prozent des globalen Konzernumsatzes.
Verschärfte Kontrolle über ausländische Unternehmen
Im Zuge des Ukraine-Kriegs hat die russische Regierung ihre Maßnahmen zur Kontrolle ausländischer Vermögenswerte verstärkt. Ein Dekret von 2023 ermöglicht es der Regierung, Vermögenswerte aus als „unfreundlich“ eingestuften Ländern unter vorübergehende Verwaltung zu stellen. Neben Nestlé betrifft dies auch andere Unternehmen wie den französischen Konzern Danone, die dänische Brauerei Carlsberg sowie das niederländische Unternehmen Heineken, die ebenfalls staatlichen Verwaltungsmaßnahmen unterliegen. Diese Entwicklungen verdeutlichen die wachsenden Schwierigkeiten, mit denen ausländische Unternehmen in Russland konfrontiert sind.
Heineken hatte im Jahr 2023 seine sieben Produktionsstandorte in Russland für einen symbolischen Preis von einem Euro verkauft, was dem Unternehmen einen Verlust von etwa 300 Millionen Euro einbrachte.
Quellen: tagesschau
Bildquelle: Wolfgang Sauber via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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