Die Ernennung einer Frau zur Regierungschefin hat in Marokko historische Dimensionen. Fatima Ezzahra El Mansouri, die bislang als Wohnungsbauministerin tätig war, erhielt von König Mohammed VI. den Auftrag, eine neue Regierung zu bilden.
Regierungswechsel in Marokko
Die 50-jährige Politikerin kam in einem entscheidenden Moment an die Spitze, nachdem ihre Partei, die Partei für Authentizität und Modernität (PAM), bei der jüngsten Parlamentswahl die meisten Stimmen erhielt. El Mansouri konnte sich gegen ihren Parteikollegen Fouzi Lekjaa, den Vorsitzenden des Königlichen Fußballverbandes, durchsetzen, der als Favorit galt.
Erste Schritte und Herausforderungen
Die Wahl fand am 23. September statt, wobei nur 38 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Die PAM sicherte sich 97 Sitze, gefolgt von der Nationalen Unabhängigkeitsversammlung (RNI) mit 66 Sitzen und Istiqlal mit 65 Mandaten.
Gemäß marokkanischer Verfassung hat der König die Befugnis, den Regierungschef aus der stärksten Fraktion im Repräsentantenhaus zu ernennen. Trotz der konstitutionellen Monarchie, in der der König weitreichende Vollmachten besitzt, einschließlich der Außen- und Verteidigungspolitik, steht El Mansouri nun vor der Herausforderung, eine Koalitionsregierung zu bilden.
Gesellschaftliche Reaktionen und Ausblick
Die Reaktion der Bevölkerung auf diese Ernennung ist überwiegend positiv. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten sich bereits im Vorfeld für eine Frau an der Spitze ausgesprochen. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen aus konservativen religiösen Kreisen. Diese äußern Bedenken hinsichtlich der Teilnahme einer Frau an wichtigen religiösen Zeremonien des Königs, was in einem mehrheitlich muslimischen Land für Diskussionen sorgt.
Die neue Regierung wird sich nicht nur mit der Bildung von Koalitionen befassen müssen, sondern auch mit großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Ein zentrales Thema wird die weitere Planung der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 sein, die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichten wird. El Mansouri hatte im Wahlkampf zudem versprochen, die Hoffnung der Jugendlichen im Land wiederherzustellen, um die weit verbreitete Unzufriedenheit unter den jungen Menschen zu bekämpfen.
Die politische Landschaft Marokkos wird sich in den kommenden Wochen weiter entwickeln, während El Mansouri sich auf die Bildung ihrer Regierung konzentriert.
Quellen: tagesschau
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